Infos zu Tinnitus

Prof. Dr. H.P. Zenner
Ärztlicher Direktor a.D.

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Prof. Zenner ist federführend für die neuesten nationalen Therapieleitlinien der Medizinischen Deutschen Fachgesellschaften verantwortlich, was sich in der Qualität der Versorgung Tinnitusbetroffener widerspiegelt.

Bei Ohrgeräuschen (Tinnitus) führen wir umfangreiche Untersuchungen durch. Als Behandlungsmethoden stehen neben
-Medikamenten bei akutem Tinnitus die bewährte
-Kognitive Verhaltenstherapie, die in den Anfängen begriffene Musiktherapie mit auf Ihren
-Tinnitus gefilterter Musik ("notched music") und in Einzelfällen die
-Lichttherapie nach der Nationalen Versorgungsleitlinie der AWMF (Arbeitsgemeinschaft Wiss.-Mediz. Fachgesellschaften)
zur Verfügung.

Was ist Tinnitus?
Ohrgeräusche (Tinnitus) sind ein weltweit häufig auftretendes Symptom. Man weiß, daß in Deutschland rund 3 Millionen Menschen unter einem für den Tinnitus charakteristischen Pfeifen oder Rauschen leiden. Für etwa 50% dieser Patienten führt dies zu schwersten Beeinträchtigungen des Lebens. Ohrgeräusche sind ein Symptom des Hörsystems, welches im Ohr beginnt und bis ins Hörgehirn reicht. Der chronische Tinnius
und seine Folgen sind ein hochkomplexes Geschehen, das bei uns behandelt werden soll.
Von einem subjektiven Tinnitus spricht man, wenn keine echte Schallquelle als Ursache nachweisbar ist. In diesen Fällen kann von einer fehlerhaften Informationsbildung oder Informationsverarbeitung im Hörsystem ausgegangen werden, die eine Kette von unerwünschten
Aktivierungsprozessen ausgelöst haben. Ohrgeräusche treten häufig
gleichzeitig mit anderen Hörstörungen auf. Dazu gehören sowohl eine Schwerhörigkeit als auch eine gesteigerte Geräuschempfindlichkeit (Hyperakusis). Diese führen bei den Betroffenen zu einer Verstärkung des
Krankheitsempfindens.

Die Diagnostik
In vielen Fällen, aber nicht immer, ist eine Ursachendiagnose möglich. Dazu führen wir einen gründlichen Diagnosecheck Ihres Hörsystems durch. Dazu gehören Hörprüfungen mit modernsten digitalen
Audiometern, Tinnitusbestimmungen, die Ableitung
otoakustischer Emissionen vom Innenohr oder auch akustisch
evozierten Potentiale der Hörbahn.
Selbst wenn im Einzelfall die genaue Ursache im Dunkeln bleibt, können fast immer die Folgen des Tinnitus erkannt und behandelt werden. Viele Kranke erleben erhebliche Beeinträchtigungen der Lebensqualität. Tinnitusfolgen wie Schlafstörungen, Angstreaktionen und eventuelle (berufliche) Leistungsminderungen werden diagnostisch abgeklärt und dadurch eine
Therapie vorbereitet.

Medikamente
Bei akutem Tinnitus werden zumeist Medikamente verordnet. Beim chronischen Tinnitus helfen Medikamente nicht. Nicht selten leiden chronisch Tinnituskranke jedoch zusätzlich an sog. Begleiterkrankungen. Diese werden teilweise mit hochwirksamen Medikamenten behandelt.

Aber auch wenn Medikamente nicht helfen, können wir Sie behandeln:

Counselling
Sie erhalten bei uns eine umfangreiche Beratung zum modernsten Stand des Wissens zu Entstehung und Therapie Ihres Tinnitus. Prof. Zenner ist federführend für die neuesten nationalen Therapieleitlinien der Medizinischen Deutschen Fachgesellschaften verantwortlich, was sich in der Qualität unseres Counsellings widerspiegelt.

Musiktherapie mit auf Ihren Tinnitus gefilterter Musik ("notched music")
Diese Therapie wurde von Prof. Pantev (Münster) entwickelt. Ihre Wirksamkeit ist vorläufig, aber noch nicht abschließend belegt. Sie wird von einigen gesetzlichen und privaten Krankenkassen bezahlt.

Lichttherapie
Dies ist eine Spezialtherapie nach der Nationalen Versorgungsleitlinie der AWMF (Arbeitsgemeinschaft Wiss.-Mediz. Fachgesellschaften), die für ausgesuchte Einzelfälle in Frage kommt.
durch.

Strukturierte und manualisierte Verhaltens-Therapie
Eine strukturierte und manualisierte Verhaltens-Therapie führt sehr zuverlässig zur Tinnitusbewältigung, selbst wenn Medikamente nicht helfen. Hilft die medikamentöse oder eine andere Behandlung des Ohres nicht, dann kann nämlich eine sog. kognitive Desensitivierung zur Habituation des Hörsystems führen und so in vielen Fällen eine spürbare Linderung erreichen und die Lebensqualität nachhaltig verbessern. Das Hörsystem im Gehirn wird unempfindlicher (desensitiviert) gegenüber dem Tinnitus. Der Tinnitus kann bewältigt werden.
Aufgrund neuer Forschungsergebnisse deutscher, englischer und amerikanischer Institute und Universitäten empfehlen wir ein wirksames Therapieprogramm mit 5-15 strukturierten Therapieeinheiten, das nachweislich zu verbesserten Erfolgen führt. Es richtet sich nach den nationalen Leitlinien der Deutschen HNO-Gesellschaft in Verbindung mit weiteren Deutschen medizinischen Fachgesellschaften.

Warum kann eine strukturierte und manualisierte Verhaltens-Therapie helfen?
Durch Untersuchung von Hör- und Hirnaktivitäten konnte gezeigt
werden, daß das Hörgehirn durch das Ohr solange überaktiviert sein kann, bis eine dauerhafte Überaktivierung entstand. Dies untersuchen wir mit unserer Diagnostik. Der chronische Tinnitus bleibt sozusagen als fehlerhafte Programmierung im Hörgehirn eingebrannt bestehen.
Durch eine strukturierte und manualisierte Verhaltens-Therapie wird diese fehlerhafte Programmierung zurücktrainiert (habituiert). Unter Anleitung von Spezialisten wie speziell geschulten Ärzten, Zahnärzten oder Physiotherapeuten umfasst die Behandlung sog. strukturierte Therapieeinheiten der kognitiven Verhaltenstherapie wie Aufmerksamkeitumlenkung, Tinnitusmodifikation (Tinnitusveränderung), Tinnitusantagonisierung (Tinnitushemmung), Edukation, Counselling, Hörschulung,
Streßbewältigung oder Muskelrelaxation.

Ziel der Therapie
ist es, die Überaktivierung abzubauen und dadurch die Wahrnehmung der Tinnitusgeräusche wieder in das Unbewusste abtauchen zu lassen.